Acht natürliche Diamanten im Rosenschliff in Champagner-Farbe auf hellem Untergrund

Wie erkenne ich einen echten Diamanten? 5 einfache Tests

Ob geerbter Ring, Flohmarktfund oder geplanter Kauf: Die Frage, ob ein Stein ein echter Diamant ist, stellt sich häufiger, als man denkt. Imitationen wie Glas, Zirkonia oder Moissanit sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus. Mit ein paar einfachen Tests lassen sich viele Fälschungen bereits zu Hause entlarven. In diesem Ratgeber erklären wir fünf bewährte Methoden, worauf Sie dabei achten sollten – und wo die Grenzen von Heimtests liegen.

Die kurze Antwort: Was Heimtests leisten können

Heimtests liefern Hinweise, aber keinen Beweis. Einfache Imitationen aus Glas oder Zirkonia fallen oft schon bei ein bis zwei Tests auf. Moissanit hingegen ähnelt dem Diamanten in Härte und Wärmeleitfähigkeit stark. Und Labordiamanten sind chemisch und physikalisch echte Diamanten – sie lassen sich ohne Laborgeräte nicht von natürlichen Steinen unterscheiden. Wer absolute Sicherheit möchte, verlässt sich auf ein Zertifikat eines anerkannten Instituts. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Diamant-Zertifikate erklärt: GIA, IGI & Co.

5 einfache Tests, um einen echten Diamanten zu erkennen

1. Der Atemtest (Beschlagtest)

Hauchen Sie den sauberen Stein kurz an, wie einen Spiegel. Diamant leitet Wärme sehr gut und verteilt sie schnell. Der Beschlag verschwindet daher praktisch sofort. Bei Glas oder Zirkonia bleibt der Stein sichtbar länger beschlagen. Wichtig: Fett oder Schmutz auf der Oberfläche verfälschen das Ergebnis – reinigen Sie den Stein vorher. Moissanit besteht diesen Test ebenfalls.

2. Der Lese- bzw. Punkttest

Dieser Test eignet sich für lose Steine im Brillantschliff. Legen Sie den Stein mit der Spitze (Kalette) nach unten auf eine bedruckte Zeitungsseite oder auf einen kleinen Punkt auf weißem Papier. Ein gut geschliffener Diamant bricht das Licht so stark, dass Sie die Buchstaben nicht lesen können bzw. den Punkt nicht als klaren Kreis sehen. Bei Glas und vielen Imitationen schimmert die Schrift oder der Punkt dagegen durch. Für gefasste Steine oder andere Schliffformen ist der Test kaum aussagekräftig.

3. Der Lupentest

Mit einer 10-fach-Lupe, wie sie auch Juweliere nutzen, lassen sich wichtige Merkmale erkennen:

  • Facettenkanten: Bei Diamanten sind sie scharf und präzise. Glas und weichere Imitationen zeigen oft abgerundete oder bestoßene Kanten.
  • Einschlüsse: Natürliche Diamanten weisen häufig kleine Einschlüsse auf. Ein vollkommen „perfekter“ Stein ist kein Beweis für eine Fälschung, sollte aber genauer geprüft werden.
  • Doppelte Kanten: Moissanit ist doppelbrechend. Blickt man schräg durch die Krone, erscheinen die hinteren Facettenkanten oft verdoppelt. Diamant ist einfachbrechend und zeigt diesen Effekt nicht.

Wie Reinheit, Farbe und Schliff bewertet werden, erklärt unser Artikel Die 4 Cs der Diamantenkunde.

4. Fassung und Stempel prüfen

Bei gefasstem Schmuck lohnt ein Blick auf die Ringschiene oder die Rückseite der Fassung. Feingehaltsstempel wie 585 oder 750 (Gold), 950 (Platin) oder 925 (Silber) geben Auskunft über das Metall. Ein Stempel mit „CZ“ weist dagegen eindeutig auf Zirkonia hin. Manche Schmuckstücke tragen zusätzlich eine Angabe zum Diamantgewicht, etwa „0,25 ct“. Beachten Sie: Ein Stempel ist ein Indiz, aber keine Garantie für die Echtheit des Steins.

5. Der UV-Licht-Test

Unter einer UV-Lampe (Schwarzlicht) zeigen manche Diamanten eine Fluoreszenz, meist in Blau. Das kann ein Hinweis sein – ist aber kein sicherer Beweis. Viele echte Diamanten fluoreszieren überhaupt nicht, und auch einige Imitationen leuchten unter UV-Licht. Der Test ist daher nur in Kombination mit anderen Methoden sinnvoll.

Mythen: Diese Tests sollten Sie lieber lassen

Kratztest: Diamant ist das härteste natürliche Material und ritzt Glas. Doch auch Moissanit, Saphir und andere harte Steine können das. Gleichzeitig ist Diamant spaltbar und kann bei ungünstigem Druck an Kanten absplittern. Der Test riskiert Schäden und beweist wenig.

Wassertest: Oft heißt es, ein echter Diamant sinke im Wasser. Das stimmt zwar – doch Zirkonia und Moissanit sinken ebenfalls, da sie ebenfalls eine hohe Dichte haben. Der Test ist daher wertlos.

Feuertest: Den Stein zu erhitzen und abzuschrecken, kann sowohl Imitationen als auch echte Diamanten mit Einschlüssen beschädigen. Davon raten wir dringend ab.

Professionelle Prüfung: Wann Sie zum Fachmann sollten

Ein elektronischer Diamanttester misst die Wärmeleitfähigkeit und unterscheidet Diamant zuverlässig von Glas und Zirkonia. Da Moissanit ähnlich reagiert, nutzen Fachleute sogenannte Multitester, die zusätzlich die elektrische Leitfähigkeit prüfen. Ob ein Diamant natürlich gewachsen oder im Labor entstanden ist, lässt sich jedoch nur in gemmologischen Laboren mit spektroskopischen Verfahren feststellen.

Beim Kauf ist ein Zertifikat von IGI, GIA oder HRD der sicherste Echtheitsnachweis. Viele zertifizierte Steine tragen eine mikroskopisch kleine Lasergravur der Zertifikatsnummer auf der Rundiste, über die sich der Stein eindeutig dem Gutachten zuordnen lässt. Zertifizierte natürliche und im Labor gewachsene Steine finden Sie in unserer Diamanten-Kollektion. Wenn Sie zusätzlich verstehen möchten, wie das Gewicht eines Diamanten angegeben wird, empfehlen wir unseren Beitrag Carat – Die Einheit.

Häufige Fragen zur Echtheit von Diamanten

Nicht mit absoluter Sicherheit. Heimtests wie der Atem- oder Lesetest liefern Hinweise und entlarven vor allem einfache Imitationen aus Glas oder Zirkonia. Moissanit und Labordiamanten lassen sich damit nicht zuverlässig unterscheiden. Verbindliche Gewissheit gibt nur die Prüfung durch einen Gemmologen oder ein Zertifikat eines anerkannten Labors wie IGI oder GIA.

Ja. Ein Labordiamant besteht wie ein natürlicher Diamant aus kristallinem Kohlenstoff und hat dieselben chemischen, physikalischen und optischen Eigenschaften. Der Unterschied liegt allein in der Entstehung. Ob ein Stein natürlich oder im Labor gewachsen ist, kann nur ein gemmologisches Labor mit Spezialgeräten feststellen.

Der Kratztest ist nicht zu empfehlen. Zwar ritzt ein Diamant Glas, doch auch Moissanit, Saphir und andere harte Steine können das. Zudem kann ein Diamant trotz seiner Härte an Kanten absplittern, da er spaltbar ist. Der Test beweist wenig und riskiert Schäden.

„CZ“ steht für Cubic Zirconia, also Zirkonia, eine synthetische Diamant-Imitation. Ein solcher Stempel in der Ringschiene oder Fassung zeigt, dass der Stein kein Diamant ist. Umgekehrt ist das Fehlen eines Stempels kein Echtheitsbeweis.

Fazit

Atemtest, Lesetest, Lupe, Stempel und UV-Licht helfen dabei, offensichtliche Imitationen schnell zu erkennen. Für eine verbindliche Aussage – insbesondere bei Moissanit oder bei der Frage „natürlich oder Labor“ – führt jedoch kein Weg an einer professionellen Prüfung oder einem anerkannten Zertifikat vorbei. Wer beim Kauf auf zertifizierte Steine setzt, muss sich um die Echtheit keine Gedanken machen.